Indien liegt in Südasien und grenzt an die sechs Staaten Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Mit einer Fläche von 3.287.590 km“ ist es das siebtgrößte Land der Erde. Der Subkontinent ist unterteilt in 28 Bundesstaaten mit je einem eigenen Parlament und eigener Regierung sowie sieben Unionsterritorien, die von der Zentralregierung in der Hauptstadt Neu-Delhi verwaltet werden.
Indien ist die größte säkulare parlamentarische Demokratie der Welt. Im Juli 2007 wurde Pratibha Devisingh Patil als erste Präsidentin der Republik Indien vereidigt.
Mit einem Wachstum von jährlich etwa fünf Prozent besitzt Indien nach China die weltweit am stärksten expandierende Volkswirtschaft (2008/2009 circa 768 Mrd. Euro). Besonders im Dienstleistungssektor und in den Bereichen Softwareentwicklung und Informationstechnologie ist Indien führend. Doch aufgrund des durchschnittlich niedrigen Pro-Kopf-Einkommens sowie einer schlecht ausgeprägten sozialen Infrastruktur bleibt das Land trotz dieses enormen Wachstums ein Entwicklungsland. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist extrem: Während in Indien die meisten Millionäre weltweit beheimatet sind, leben rund 28% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 1 US-Dollar pro Kopf/Tag. Die Mittelschicht hat bisher am meisten vom Wirtschaftswachstum profitiert. Ihr Jahreseinkommen hat sich in den letzten Jahren verzehnfacht. Armut herrscht vor allem auf dem Land. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt von Reisanbau, Ackerbau und Viehzucht.
Nach China ist Indien mit ca. 1,2 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde, d. h. jeder fünfte Bewohner unseres Planeten lebt in Indien. Die verschiedenen Völker des Subkontinents sind seit unterschiedlich langer Zeit dort ansässig. Etwa 70% der Bevölkerung sind Indoarier, die um ca. 1700 v. Chr. von Nordwesten her nach Nordindien einwanderten. Etwa 26 % gehören zu den Dranaviden, die hauptsächlich im Süden Indiens leben. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern liegt bei 63 Jahren, von Frauen bei 67 Jahren. Ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. In Indien herrscht ein deutlicher Männer-Überschuss: auf 1000 Männer kommen 933 Frauen.
Die Landes- und Verwaltungssprachen sind Hindi und Englisch; daneben existieren 21 weitere anerkannte Sprachen.
In Indien existieren mehrere Religionen nebeneinander. Rund vier Fünftel der Bevölkerung sind Hindus, etwa ein Zehntel Muslime, jeweils zwei Prozent sind Christen und Sikhs, den Rest bilden Buddhisten und andere Minderheiten.
Mit einer Fläche von 130.266 km² und 64.445.183 Einwohnern ist Tamil Nadu der südlichste Bundesstaat Indiens. Archäologen vermuten, dass die Gegend erstmals vor rund 300.000 Jahren besiedelt wurde. Funde bestätigen, dass dort schon um 1200 v. Chr. eine hoch entwickelte Kultur existierte. Forscher gehen davon aus, dass die drawidischen Einwohner ab 1500 v. Chr. von den aus dem Norden Indiens eindringenden Indoariern immer weiter nach Süden abgedrängt wurden.
Der heutige Bundesstaat Tamil Nadu entstand 1956 aufgrund der entlang führenden Sprachgrenze Tamil. Die Hauptstadt Chennai, ehemals Madras, liegt an der Koromandelküste am Golf von Bengalen und ist mit rund etwa 4,6 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt Indiens.
Chennai blickt auf eine zweitausendjährige Geschichte zurück, wie die alten hinduistischen Tempelanlagen der Stadt noch heute bezeugen. Einer Legende nach war der Apostel Thomas 58 n. Chr. hier gelandet und 72 n. Chr. als Märtyrer gestorben. Über die Jahrhunderte wurde Chennai von verschiedenen südindischen Herrschern erobert und regiert. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Küstenlage diente die Stadt als reger Handelsplatz für Chinesen, Phönizier, Griechen, Römer, Portugiesen, Franzosen, Armenier und Araber. Während der britischen Kolonialzeit von 1858 bis 1947 wurde Chennai zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum für die Briten. Während Industrie und Handel auch heute noch im Mittelpunkt stehen, wurde Chennai nach Erlangung der Unabhängigkeit Indiens 1947 Zentrum der tamilischen Filmindustrie.
Die Stadt leidet unter Armut, Überbevölkerung und Umweltverschmutzung. Tamil Nadu wird häufig von Naturkatastrophen heimgesucht. Während der Monsunzeit kommt es regelmäßig zu starken Überschwemmungen. Auch Zyklone, die hohe Flutwellen auslösen können, fordern immer wieder viele Opfer und richten verheerende Schäden an. Beim Tsunami von 2004 wurden Chennai und die umliegenden Dörfer stark getroffen: 206 Menschen starben, Tausende wurden obdachlos. Der Tsunami zerstörte die Hütten von rund 1500 Fischern, im Hafen wurden hunderte von Schiffe und Boote beschädigt. In Chennai herrscht tropisch heißes und feuchtes Klima. An heißen Sommertagen liegt die Temperatur oft bei über 40 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 70%.
(Quellen: Auswärtige Amt, Wikipedia)